Business Culture Indien

Interkulturelle Kompetenz ist der Schlüssel zu internationaler Unternehmensfitness


Inhabergeführte Unternehmen – Indiens Creamy layer

50% der Top 50-Unternehmen in Indien sind inhabergeführt. Blickt man auf die 500 besten Unternehmen sind es 70%, weitet man den Fokus auf die besten 1000 dann sind es sogar 80%.

Ein eindeutiges Ergebnis: Business in Indien ist Family Business!

Tata, Birla, Ambani, Godrej sind nur einige der mächtigen und einflussreichen Namen, die für die indische Wirtschaft stehen. Klar, dass auch die nächste Generation Verantwortung für das Unternehmen übernehmen soll.

In den Startlöchern!

Dazu braucht es eine gute Vorbereitung. Sehr viele der Erben und zukünftige Wirtschaftsbosse verfügen über Studienabschlüsse und fachliche Qualifikationen, die für ihre Branche relevant sind. Manche davon sind im Ausland erworben. Allen voran USA, Kanada und England. Doch das allein genügt nicht. Schließlich soll der Nachwuchs bestens gerüstet sein, um das eigene Unternehmen in eine prosperierende Zukunft zu führen.

Indische Business Schools haben sich für die zukünftigen Chefs und Chefinnen ein besonders Studien-Programm einfallen lassen. Ausbildung nur für die Erben der Wirtschaftsdynastien! Zwischen 16-18 Monate dauern solche Kurse, die im Blockunterricht angeboten werden, damit den jungen Führungskräften genügend Zeit bleibt, um ihre beruflichen Aufgaben zu erfüllen. Das S.P. Jain Institute of Management & Research in Mumbai startete 1997 mit nur 16 Studierenden im Postgraduierten-Programm. Heute sind es über 300.

„Niemand von uns muss nachher einen Job suchen. Deshalb stehen nicht die Noten im Vordergrund. Wir lernen, um unser eigenes Unternehmen weiterzubringen. Mir ist es besonders wichtig, dass ich trainiere, gute und richtige Entscheidungen zu treffen und lerne, offen für Innovation zu sein“, sagt der künftige Inhaber eines Verlags, der Schulbücher und andere Lehrmittel erstellt.

„Ich finde es äußerst positiv, dass wir unter uns sind. Wir alle haben in Zukunft Verantwortung für die Unternehmen, die unsere (Ur-)Großeltern oder Eltern gegründet haben. Wir möchten nicht diejenigen sein, die die Firma in die Pleite führen. Wir können unseren Unternehmen auch nicht einfach den Rücken kehren, wenn es uns nicht passt. Schließlich sind wir selber verantwortlich und müssen den richtigen Kurs bestimmen“, findet Preety Gupta. Sie wird einmal an der Spitze eines Unternehmens in der Chemiebranche stehen.

Lehrplan für die Erben

Günstig sind die Programme nicht. Zwischen 9 und 33 lakh sind die Kosten. Umgerechnet zwischen knapp 15.000 und 450.000 €. Das teuerste Angebot schließt Studien an der renommierten Kellogg School of Management in den USA sowie Aufenthalte in Afrika, Europa und China ein. Dafür ist der Lehrplan ganz auf den speziellen Bedarf der inhabergeführten Unternehmen abgestimmt. Dies ist der wesentliche Unterschied zu den herkömmlichen MBA-Studiengängen.

Die Nachfrage ist riesig, weshalb immer mehr Programme verschiedener Universitäten und Business Schools auf den Markt kommen.

Exzellente Ausbildung ist das eine, das auf die Führungsverantwortung im eigenen Unternehmen vorbereitet. Die guten Kontakte zu Kommilitonen, die alle selbst einmal ihr Familienunternehmen leiten werden, der grandiose Nebeneffekt. Hier findet Netzwerken auf höchstem Niveau im Inner-Circle der indischen Wirtschaft statt. Eine Chance, die sich die künftigen Erben kaum entgehen lassen.

 (Umrechnungskurs 60 Rupien = 1 Euro).