Business Culture Indien

Interkulturelle Kompetenz ist der Schlüssel zu internationaler Unternehmensfitness


Werbung in Indien 2

Werbung in Indien heißt: Klotzen und nicht kleckern!

Handgemalte Kinoreklame, Werbetafeln an den Geschäften, Posterreihen an Gartenmauern, ein buntes Durcheinander an Schildern. Faszinierend anzuschauen. Eyecatcher im wahrsten Sinne des Wortes. Vielfältigste Reize! Komm, hier gibt es das, was du suchst. Werbung ist überall präsent. Sichtbar im Basar, am Straßenrand.

Doch es geht noch besser: Werbung im Fernsehen beispielsweise. Immer dann, wenn es spannend wird, kommen die Werbeblocks. Seife, Waschmittel, Motorräder, Kochutensilien … und natürlich Handytarife. Maggi Instantnudeln waren ein Hit, solange bis der Skandal um die zu hohen Bleiwerte Nestlé aus den Kaufhausregalen verbannte.

Wer sich Fernsehwerbung leisten kann, der engagiert zumeist einen A-Promi als Markenbotschafter gleich mit. Bollywoods Filmstars verdienen sehr gut mit Werbung!

12 Min Werbung pro Stunde erlaubt das indische Fernsehen. Zu wenig, meint die Werbeindustrie, die versucht, die Produkte ins Bewusstsein der Konsumenten zu bringen und Begehrlichkeiten zu wecken. Außerdem schalten immer mehr Zuschauer gelangweilt während der Werbepausen um. Ein Großteil der Jugend schaut auch in Indien Filme lieber im Internet, wo es weniger Werbung gibt.

Entsprechend groß ist das Gejammer in der Werbebrache. Neue Wege müssen gefunden werden, um aufzufallen und Mann und Frau vom Nutzen eines Produkts zu überzeugen. Die Alternative ist schon gefunden: Productplacement in Shows und Filmen.

Besonders erfolgreich war ein Spionage-Thriller mit dem Namen „24“, von dem es genau 24 Episoden gab. Tata Motors war der Hauptsponsor. Entsprechend fuhren die Helden das SUV-Modell Tata Safari Storme. Als besonderen Werbegag produzierte Tata eine Limited Edition dieses Modells mit der Unterschrift des Hauptdarstellers Anil Kapoor. Die Nachfrage war riesig. Das Produktplacement weckte Begehrlichkeiten und spiegelte sich in den guten Verkaufszahlen. Für Tata Motors eine gelungene Sache. Das neue Modell wurde erfolgreich mit dem Image eines Helden gelauncht.

Natürlich muss der Inhalt des Films mit dem Produkt zusammenpassen. Für einen Film, der im ländlichen Indien spielt, wäre ich sehr happy, wenn wir eine Traktorfirma finden würde, die uns sponert. Da hätte ich gar kein Problem, das Produkt zu zeigen und ihm eine noch größere Rolle im Drehbuch zukommen zu lassen“, sagt Abhinay Deo von Ramesh Deo Productions, die die Erfolgsserie „24“ produzierten. „Aber es muss passen. Für uns, die wir verantwortlich sind für das Drehbuch und für die Firma, die ihr Produkt in den Film bringen möchte.“

Die Lösung: A fine balance

Damit ist in der Tat die Herausforderung benannt: Die Marke darf nicht aufdringlich in den Vordergrund treten und den Inhalt dominieren. Es geht um den dezenten und zugleich überzeugenden Auftritt. Nur so werden alle glücklich: die Marke, der Sender und der Konsument.

 

Mehr zum Thema unter: https://businesscultureindien.com/2016/01/31/werbung-in-indien-teil-1/