Business Culture Indien

Interkulturelle Kompetenz ist der Schlüssel zu internationaler Unternehmensfitness


„Um Mitternacht die Freiheit“ – Independence Day Indien am 15. August

Happy Independence Day!

Schulklassen üben schon für den großen Auftritt in den Stadien des Landes. Marschieren und performen zur indischen Nationalhymne. Vom Premierminister wird eine wegweisende Rede erwartet. Der 15. August ist Unabhängigkeitstag!

Indien erlangte am 15. August 1947 auf friedlichem Wege (ahimsa) die Unabhängigkeit von England. Dieses Ereignis ist mit den beiden großen politischen Kämpfern für die Unabhängigkeit Indiens verbunden: Mahatma Gandhi (1869-1948) und Jawaharlal Nehru (1889-1964).

Beide sind die herausragenden Persönlichkeiten im Indian National Congress, der 1885 in Bombay (=Mumbai) gegründet wurde, um mehr politische Mitsprache für die einheimische Bevölkerung zu erwirken. Beide haben in England Jura studiert und waren mit dem Denken, der Mentalität und der Sprache der Kolonialmacht bestens vertraut.

Es wundert nicht, dass Nehrus bekannte Rede „A tryst with destiny“ am Vorabend der Unabhängigkeit in englischer Sprache verfasst ist und – wie es in einem populären Diktum heißt – „um Mitternacht die Freiheit“ verkündet.

Long years ago we made a tryst with destiny, and now the time comes when we shall redeem our pledge, not wholly or in full measure, but very substantially. At the stroke of the midnight hour, when the world sleeps, India will awake to life and freedom. A moment comes, which comes but rarely in history, when we step out from the old to the new, when an age ends, and when the soul of a nation, long suppressed, finds utterance. … At the dawn of history India started on her unending quest, and trackless centuries which are filled with her striving and the grandeur of her success and her failures. Through good and ill fortunes alike she has never lost sight of that quest or forgotten the ideals which gave her strength. We end today a period of ill fortunes and India discovers herself again.“

Am Ende der Kolonialzeit: Wirtschaftlich kaputt gemacht

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts betrug Indiens Anteil an der Weltwirtschaft 23% und war damit so stark wie  Europa. Am Ende der Kolonialgeschichte schrumpfte dieser Anteil auf gerade einmal 4%.

Shashi Tharoor findet dafür klare Worte: „India was governed for the benefit of Britain. Britain’s rise for 200 years was financed by its depredations in India. … By the end of the 19th Century, India was Britains’s biggest cash-cow, the world’s biggest purchaser of British exports and the source of highly paid employment for British civil servants – all at India’s own expense. We literally paid four our own oppression“. (India Shastra. Reflections on the nation in Our time, New Delhi 2015, 95) .

Indien hat sich neu erfunden und ist heute eine der einflussreichsten Nationen in der Welt. Mit viel Potenzial. für die Zukunft. Happy Independence Day!


Ein Kommentar

Hier wird Indiens Zukunft gemacht – Narlanda: Zentrum der Exzellenz

Indische Jugend – sehr selbstbewusst

„Wie ist dein Wlan-Passwort“, fragt mich Anjali. Das ist der erste Satz, nachdem sie meine Wohnung betreten hat. Ein Langstreckenflug liegt hinter ihr. Das erste Mal ist sie in Deutschland, ja im Ausland überhaupt.

Sie ist 21, studiert Politikwissenschaften in Delhi. Den BA hat sie bereits in der Tasche. Sie studiert auf Master und will später in den indischen Staatsdienst. Viele schwierige Prüfungen stehen ihr noch bevor. Denn solche Jobs sind begehrt. Nur die besten schaffen es. Fleißig ist sie, ehrgeizig und ambitioniert: In ihrem LinkedIn-Profil steht unter der Berufsbezeichnung nicht etwas Studentin, sondern: „A diplomat in making!“

Anjali genießt ihre zwei Wochen in Deutschland. Ich erlebe, wie die indische Jugend tickt. Selfies ohne Ende, sogar aus der Umkleidekabine heraus. Die Klamotten und Schuhe werden anprobiert, fotografiert und per whats app sogleich nach Indien geschickt, wo ihre Freundinnen einen Kommentar abgeben. „Must have!“ oder „O Gott, geht gar nicht!“ Ich bin überrascht und merke, wie alt ich doch bin. Aber Selbstmitleid beiseite: Was habe ich gelernt?

Indiens Jugend ist stets connected! Mit der community werden die Neuigkeiten ausgetauscht und die Enttäuschung ist groß, wenn die Antwort mal eine halbe Stunde auf sich warten lässt. Mit dieser Impression verbindet sich Indiens Zeitgeist: Schnell muss es gehen. Indien will an die Spitze und zwar mit Vollgas. Da passt es, dass ein Stück großartiger Vergangenheit jetzt eine prächtige Zukunft hat: Narlanda wurde 2016 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt!

Was noch nie gehört? Dann wird es aber Zeit:

Noch vor Cambridge, Oxford und Harvard gab es Narlanda. Ein Zentrum der Exzellenz für Mathematik, Philosophie, Literatur und Buddhismus-Studien. Ein Hort der Wissenschaft und der Weisheit für mehr als 800 Jahre. Die besten Gelehrten der damals bekannten Welt unterrichteten hier, ehe die Elite-Universität gegen Ende des 12. Jahrhunderts zerstört wurde. Das war die Zeit, in der sich das Zentrum der Wissenschaft von Ost nach West verlagerte und in Europa große Universitäten entstanden.

Narlanda liegt gleich in der Nähe von Rajgir  (ca. 100 km entfernt von Patna) in Bihar, einem der heute eher strukturschwachen Bundesstaaten Indiens. 2010 hat die indische Regierung beschlossen, an den Glanz der vergangenen Zeiten anzuknüpfen und Narlanda wieder aufzubauen als das, was dieser Ort einmal war: ein Zentrum der Exzellenz und ein Magnet für die Gelehrten aus der ganzen Welt.

The rebirth: Die Besten der Besten

Nobelpreisträger Amartya Sen hat zusammen mit einem internationalen Team die Leitung dieses ambitionierten Projekts.

„Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Als Kind stand ich zusammen mit meinem Großvater vor den Ruinen der Universität und dachte, wie es wohl wäre, wenn dieser Ort der Wissenschaften wieder zum Leben erwachen würde“, erzählt er begeistert.

2014 werden die ersten Studierenden unterrichtet. 15 Stück, die Besten der Besten. Harte Prüfungen mussten sie absolvieren. 1000 Bewerbungen aus 40 Ländern gingen ein. Darunter auch aus Deutschland und Österreich.

Ein ganz kleiner Anfang in nur einem Gebäude, nahe bei den Ruinen der einstigen Elite-Universität. Geschichte und Umweltwissenschaften sollen die ersten Disziplinen sein, die man hier studieren kann. Die Fertigstellung des Campus ist für 2021/22 geplant. Dann soll in sieben Fakultäten unterrichtet werden. Wie in früheren Zeiten sind das interdisziplinäre Arbeiten und der Blick über den akademischen Elfenbeinturm hinaus wichtig.

Wirtschaft, Nachhaltigkeitsmanagement, verschiedene Disziplinen aus dem Spektrum der Geisteswissenschaften und Kulturwissenschaften Asien werden dann im Lehrangebot. Postgraduiertenprogramme werden von Anfang an angeboten. Mehr als 300 hochkarätige ExpertInnen sollen hier lehren. Die Schwierigkeit im Wiederaufbau von Narlanda besteht darin, das historische Erbe mit den Anforderungen einer modernen Forschungs- und Lehreinrichtung zu verbinden. 3,5 Milliarden € wird es Minimum kosten, die sieben Fakultäten zu errichten.

The Asian mindset – Narlanda ein Synonym für Elite made in Asia

Eine gewaltige Summe, die Indien nicht alleine trägt. Für den Wiederaufbau stellen viele asiatische Länder gerne Fördermittel zur Verfügung. Denn: Narlanda steht für asiatische Exzellenz. Es war ein Zentrum der Wissenschaften in Asien und soll es wieder werden. Zuschüsse kommen von Australien, Neuseeland und Singapur. China beteiligt sich mit 1 Million US-$, damit eine China-Abteilung in der Bibliothek eingerichtet werden kann, Thailand fördert den Bau des Campus mit 100.000 US-$. Singapur baut die Bibliothek und Japan übernimmt den Ausbau der Infrastruktur rund um den Campus.

Finanzielle Unterstützung ist auch von den Unternehmen zu erwarten, die erkannt haben, welch wertvolles Gut Bildung ist.

East meets the world

„Narlanda war einer der großen Orte in der Kulturgeschichte. Dieses Erbe verpflichtet uns. Wir bauen eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft und machen Narlanda erneut zu einem Ort wissenschaftlicher Exzellenz und Innovation“, sagt Amartya Sen.

Von der Uni wird der ganze Bundesstaat profitieren. Geplant sind ein IT-Park, die Ansiedlung mehrerer ausgezeichneter Krankenhäuser und Fachkliniken, der Bau eines Konferenzzentrums mit erstklassiger Ausstattung für internationale Kongresse und ein internationaler Flughafen.

„Narlanda wieder aufzubauen ist ein gesamt-asiatisches Projekt. Es zeigt unsere Solidarität und unser Geschichtsbewusstsein für asiatische Exzellenz. Gewiss, es ist auch ein Beispiel für die herausragende Rolle Indiens in Asien“, sagt S.D. Muni von der Universität Singapur und ergänzt: „Wenn Asien wieder zur alten Stärke zurückfindet, werden das wirtschaftliche Wachstum und die politische Stabilität auch auf die intellektuelle Tatkraft zurückgehen. Narlanda ist ein Schritt in diese Richtung!“

 


Unternehmerreise nach Pune im Oktober 2016

Indien erleben – ein spannendes Programm mit Perspektivwechsel

Heute möchte ich Ihnen ein Exposure und Dialog Programm empfehlen. Es geht nach Pune vom 2.10.-8.10.2016.

Intensiv, nah am Menschen, garantiert voller überraschender Einsichten und Erkenntnisse. Interkulturelle Kompetenz mit Tiefgang! 

Die indische Regierung propagiert „Make in India“ und „Skilling India“. Für den Erfolg der indischen Wirtschaft werden dringend qualifizierte Fachkräfte gebraucht. Dieses Programm zeigt wie es geht. Im Mittelpunkt steht das Don Bosco Private Industrial Training Institute in Pune, das Jugendlichen eine qualifizierte Berufsausbildung vermittelt.

Durchgeführt wird diese Reise für Unternehmer und Führungskräfte aus der deutsch-indischen Zusammenarbeit von EDP e.V., dem renommierten Anbieter für interkulturelle Exposees. Ich kann dieses Programm aus eigener Erfahrung nur wärmstens empfehlen.

Zur ausführlichen Beschreibung der Reise einfach in die Datei klicken.

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Lese-Tipp: Delhi. Im Rausch des Geldes

„Mir wird klar, wie sehr mein Dasein inzwischen von der Enge meiner Wahlheimat bestimmt ist. Diese Metropole, in der alles riesig ist, bietet kaum Gelegenheit, weiter zu sehen als auf die andere Straßenseite. Alles ist verstellt. Die Augen verlernen es, auf Unendlich zu fokussieren.“

Ein Unendlich gibt es allerdings. Das unendlich viele Geld in den Händen der Superreichen Delhis, von denen dieses Buch erzählt. Es gibt einen spannenden und kurzweiligen Einblick in die Glitzerwelt der Multimillionäre der Hauptstadt. Gezählt wird in Dollar, nicht in Rupien.

Entstanden ist dieses Buch aus Interviews mit den Akteuren des Geldes. Den alten Geschäftsleuten, die es mit viel Know how, Disziplin, Sparsamkeit, dem Wertekodex des „ehrbaren indischen Kaufmanns“ und vor allem dem richtigen Gespür für gute Netzwerke und deren intensiver Pflege zu Millionen gebracht haben und den Erben dieser Imperien, auf denen der Anspruch lastet, aus dem vielen Geld noch unendlich viel mehr zu machen.

„Change keeps boring away“ – so der Werbeslogan für eine Shoppingmall in Delhi. Wenn auch sprachlich nicht korrekt, ist er doch typisch für die Welt der Superreichen. Der Unterschied zu den normal Reichen liegt darin, dass diese in den Malls nur shoppen, die Superreichen sie hingegen besitzen.

So funktioniert die Welt der Superreichen in Delhi

Schrille Partys mit viel Alkohol und Koks, Männerrunden in Fünf-Sterne-Hotels und Edel-Clubs, nächtliche Autorennen der jungen Geschäftsleute in ihren Lamborghinis und Bentleys im Diplomatenviertel, über die sich der frühere Premierminister Manmohan Singh mehrfach vergeblich beschwert hat, weil sie seine nächtlich Ruhe stören, Beziehungspflege, die unter anderem mit gut gefüllten Geldkoffern erfolgt und die Möglichkeiten derer, die sich alles leisten können, ohne auch nur einen Handstrich zu arbeiten.

Dasgupa erzählt feinsinnig und hintergründig von der täglichen Langeweile, die er erlebt hat, der Öde in den Super-Luxus-Villen voll mit exklusiven Designer-Interieurs und bisweilen geschmackloser Opulenz, den gescheiterten Ehen und zerbrochenen Familien, dem Druck, sich vor dem mächtigen Familienclan als erfolgreich zu beweisen, den Ängsten und schlaflosen Nächten, die die tägliche Risikobereitschaft begleiten, Millionen zu investieren und sie eventuell zu verlieren, und den Eskapaden, all dem zu entkommen.

Zum alten Geldadel Delhis kommen die neuen Reichen, die durch Tricks und Gaunereien ein Stück vom Kuchen abhaben möchten. Die vielen Staatsbeamten zum Beispiel, die man braucht, um die Deals in großem Stil schnell und reibungslos abzuwickeln. Die über Insiderwissen verfügen und das bereitwillig gegen eine kleine Beteiligung am Erfolg verraten: sei es die Gewinnziffer bei einer Lotterie vor ihrer offiziellen Bekanntgabe, so dass Mittelsmänner im ganzen Land noch schnell alle Lose mit dieser Endziffer aufkaufen und damit einen Reibach machen, sei es die Bebauungsordnung, aus der hervorgeht, welche Grundstücke demnächst Bauland werden.

Geschmiert werden müssen auch die Polizisten, die gerne ein Auge zudrücken, dafür aber die Hand aufhalten, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Ein Glied fügt sich in dieser Kette geschmeidig an das andere. Nur so ist zu erklären, dass brutale Schlägereien und Schießereien in angesagten Bars, Gewalt an Prostituierten und Verkehrsdelikte der reichen Jungs stillschweigend unter den Teppich gekehrt werden.

Das System funktioniert und viele der jungen Leute, die aus einflussreicher Familie kommen, geben ungeniert damit an: „Ein Anruf meines Vaters genügt und…“ Tatsächlich, meist reicht er und regelt alles.

Die ultimative Formel des Erfolgs – Vitamin B

Es gibt ganz unterschiedliche Strategien, die hinter dem Erfolg der Reichen stehen: Harte Arbeit, Disziplin, Sparsamkeit, den richtigen Riecher für ein gewinnträchtiges Geschäft, ein stattliches Vermögen und der entsprechende Name, der kreditwürdig macht, dicke Schwarzgeldkonten, die das Geschäft am Laufen halten, unerbittliche Rücksichtslosigkeit gegenüber den Habenichtsen, auf deren Kosten mein Gewinn geht. Für alles gibt es hinreichende Beispiele in diesem Buch.

Vor allem aber zählt eines, die richtige community, das gute Netzwerk, das brisantes Wissen kommuniziert. Gepflegt mit 100en von Partys, Einladungen für dies und das, dem Erweis gegenseitiger Nettigkeiten….

Wichtig ist, wer wen kennt, der wiederum einen anderen kennt, der wichtig ist. Netzwerken und Beziehungspflege ist in der Welt der Superreichen alles. Insiderwissen geteilt in der eigenen Community. Kooperationen, um das richtig große Geld zu machen. Dasgupta bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: „Ich netzwerke, also bin ich“.

Was sonst noch zum Erfolg der Superreichen gehört und wie aus viel noch mehr wird, können Sie in Rana Dasguptas sehr empfehlenswertem Buch „Delhi. Im Rausch des Geldes“ nachlesen. Bravourös erzählt, differenziert, hintergründig. Ein Buch, das neugierig macht und zum Nachdenken anregt. Teils provokant mit ganz eigenen Thesen über das Wesen und den Lifestyle des nordindischen Mannes und in jedem Fall eine Steilvorlage für alle, die mehr über die indische Kultur heute lernen möchten und erfahren wollen, wie superreich in Delhi so lebt. Doch Vorsicht: Das Lesen dieses Buches erfordert einen Invest in Zeit. Nichts zum Überblättern und mal eben schnell Hineinschnuppern im Flieger.

Hervorragend übersetzt aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein, erschienen bei Suhrkamp. ISBN 978-3-518-42457-5

Preis: 24,95 €


Werbung in Indien 2

Werbung in Indien heißt: Klotzen und nicht kleckern!

Handgemalte Kinoreklame, Werbetafeln an den Geschäften, Posterreihen an Gartenmauern, ein buntes Durcheinander an Schildern. Faszinierend anzuschauen. Eyecatcher im wahrsten Sinne des Wortes. Vielfältigste Reize! Komm, hier gibt es das, was du suchst. Werbung ist überall präsent. Sichtbar im Basar, am Straßenrand.

Doch es geht noch besser: Werbung im Fernsehen beispielsweise. Immer dann, wenn es spannend wird, kommen die Werbeblocks. Seife, Waschmittel, Motorräder, Kochutensilien … und natürlich Handytarife. Maggi Instantnudeln waren ein Hit, solange bis der Skandal um die zu hohen Bleiwerte Nestlé aus den Kaufhausregalen verbannte.

Wer sich Fernsehwerbung leisten kann, der engagiert zumeist einen A-Promi als Markenbotschafter gleich mit. Bollywoods Filmstars verdienen sehr gut mit Werbung!

12 Min Werbung pro Stunde erlaubt das indische Fernsehen. Zu wenig, meint die Werbeindustrie, die versucht, die Produkte ins Bewusstsein der Konsumenten zu bringen und Begehrlichkeiten zu wecken. Außerdem schalten immer mehr Zuschauer gelangweilt während der Werbepausen um. Ein Großteil der Jugend schaut auch in Indien Filme lieber im Internet, wo es weniger Werbung gibt.

Entsprechend groß ist das Gejammer in der Werbebrache. Neue Wege müssen gefunden werden, um aufzufallen und Mann und Frau vom Nutzen eines Produkts zu überzeugen. Die Alternative ist schon gefunden: Productplacement in Shows und Filmen.

Besonders erfolgreich war ein Spionage-Thriller mit dem Namen „24“, von dem es genau 24 Episoden gab. Tata Motors war der Hauptsponsor. Entsprechend fuhren die Helden das SUV-Modell Tata Safari Storme. Als besonderen Werbegag produzierte Tata eine Limited Edition dieses Modells mit der Unterschrift des Hauptdarstellers Anil Kapoor. Die Nachfrage war riesig. Das Produktplacement weckte Begehrlichkeiten und spiegelte sich in den guten Verkaufszahlen. Für Tata Motors eine gelungene Sache. Das neue Modell wurde erfolgreich mit dem Image eines Helden gelauncht.

Natürlich muss der Inhalt des Films mit dem Produkt zusammenpassen. Für einen Film, der im ländlichen Indien spielt, wäre ich sehr happy, wenn wir eine Traktorfirma finden würde, die uns sponert. Da hätte ich gar kein Problem, das Produkt zu zeigen und ihm eine noch größere Rolle im Drehbuch zukommen zu lassen“, sagt Abhinay Deo von Ramesh Deo Productions, die die Erfolgsserie „24“ produzierten. „Aber es muss passen. Für uns, die wir verantwortlich sind für das Drehbuch und für die Firma, die ihr Produkt in den Film bringen möchte.“

Die Lösung: A fine balance

Damit ist in der Tat die Herausforderung benannt: Die Marke darf nicht aufdringlich in den Vordergrund treten und den Inhalt dominieren. Es geht um den dezenten und zugleich überzeugenden Auftritt. Nur so werden alle glücklich: die Marke, der Sender und der Konsument.

 

Mehr zum Thema unter: https://businesscultureindien.com/2016/01/31/werbung-in-indien-teil-1/


Werbung in Indien. Teil 1

Was haben MTV, Coca Cola und PepsiCo gemeinsam? Die Zielgruppe: Jung, cool, hipp, trendsetting. Deshalb haben sich die beiden Getränkehersteller für eine Unternehmenskooperation mit dem Musiksender entschieden. Zu einem einzigen Zweck: Um bei der Zielgruppe zu sein. Bei der Jugend in Indien. An ihrem Lifestyle zu partizipieren und Content zu generieren, der zu ihr passt.

New avenues: Werbung in India – Branded content

2011 startete Coke Studio auf MTV India – eine Musikshow gesponsert von Coca Cola. Verschiedene Musikrichtungen – von klassisch bis zu Volksmusik, von Punjabi Pop, HipHop zu Bollywoodhits, vokal und instrumental – kommen in einer Show zusammen. Dabei hatte Coca Cola bei diesem in Indien neuen Format großen Einfluss auf die Auswahl der Künstler und das Design der Show. Der Musik Mix kam gut an. Die aus dieser Show produzierte CD verkaufte sich super. Drei weitere Shows wurden seither produziert. Debabrata Mukherjee, stellvertretender Marketingleiter für Coca Cola India, sagt: „Durch die Show kommunizieren wir mit unserer Zielgruppe und können zugleich unseren Markenwert und die Popularität steigern.“

Die Rechnung scheint für Coca Cola aufzugehen. Seit 2014 versucht sich Wettbewerber PepsiCo ebenfalls in Partnerschaft mit MTV India in der Musiksparte. Mit einem Invest von ca. 50 Millionen € wurde Pepsi MTV India als neuer Fernsehsender ins Leben gerufen, der verschiedene Musikprogramme, Konzerte und Bühnen-Events ausstrahlt. „Das kann ein College-Festival in Mumbai oder ein Rockkonzert in Darjeeling sein. Wir wollen die Subkultur abbilden, die es in der indischen Musikszene gibt“, sagt Aditya Swamy von MTV, der die Kooperation mit PepsiCo sehr begrüßt. „Sicherlich ist es eine große Herausforderung, täglich 6-7 Stunden gutes Programm zu haben. Unser Ziel ist es, einen Kult zu etablieren!“

Die Werbetrommel schlagen: Smart selling strategy

Zum Kultstatus ist es noch ein weiter Weg. Das wissen die Macher. Indien hat kaum Erfahrung mit dem, was die Werbung „branded content“ nennt. Noch. Aber das ändert sich.

2009 wagte sich Godrej in dieses Geschäft und sponserte auf Star Plus eine Show, bei der die Sieger verschiedene Godrej Produkte gewinnen konnten. Der Hauptgewinn: ein Appartement in einer der Wohnanlagen, die Godrej baut. Spirituosenhersteller Pernot Ricard India investierte in eine Show mit dem Namen Chivas Studio Gentleman’s Code, um rund um Tipps für Dresscode, Knigge-Regeln für den Mann von Welt und alles, was den erfolgreichen Gentleman ausmacht seine Premiummarke Chivas Regal zu promoten.

Warum diese Versuche?

Weil die Marken ins Bewusstsein der Menschen wollen. Und zwar in den Kopf und mitten ins Herz! Ganz genau in die jeweils ausgemachte Zielgruppe. Alle möchten da sein, wo die möglichen Käufer sind. Alle möchten an deren lifestyle partizipieren und deutlich machen, dass sie das passende Produkt haben, um die zu diesem way of living gehörenden Wünsche zu erfüllen.

„Wir sind da, wo ihr unterwegs seid. Wir sind Teil von euch, heißt die Botschaft dahinter. Wir teilen das, was euch wichtig ist.“

Anita Karnik von Mindshare India, ein Unternehmen, das sich auf branded content-Werbung spezialisiert hat, drückt es so aus:

„Heute haben die Konsumenten so viele Möglichkeiten, Inhalte aufzunehmen. Dauernd gibt es von ganz verschiedenen Kanälen Infos und Angebote. Eine Marke, die es übersieht, Inhalt bei ihrer jeweiligen Zielgruppe zu generieren, läuft Gefahr, diese als Kundschaft zu verlieren.“

Die Erfolgsformel der indischen Werbung

Werbespots im TV zu schalten und das Produkt vorzustellen, ist der traditionelle Weg. Produkt plus Promi plus Emotion plus Action funktioniert als Inhaltsformel in Indien. Ein solcher Spot kostet zwischen  625 € und  2500 € pro 10 Sekunden, je nach Positionierung. Ein Nischenkanal – dazu gehört MTV India – verlangt zwischen 10,00 bis 18,00 € und hat den Vorteil, eine ganz bestimmte Zielgruppe zu erreichen.

Wer eine sehr spezifische, genau abzugrenzende Zielgruppe hat, investiert besser in Nischenkanäle. Wer Produkte für jedermann und jederfrau (Waschmittel, Seife, Shampoo, Versicherungen, Fertiggerichte …) hat, der kann seine Spots auf den großen Kanälen zeigen, die ihr Publikum überwiegend mit daily soaps unterhalten.

Und wo sind Sie in Indien mit Ihren Produkten werbemäßig unterwegs? Können Sie sich einen indischen A-Promi leisten für Ihr Produkt?

Im nächsten Blog gibts weitere Infos zum Thema Werbung in Indien.

 

 


Man spricht englisch und denkt indisch! Ein interkulturelles Training hilft besser verstehen

Haben Sie sich schon einmal bei dem Gedanken ertappt, dass Inder einfach doch anders ticken?

Oberflächlich hat sich Indien der westlichen Businessmentalität angepasst und ist auf ein Projektmanagement nach den Vorgaben der führenden internationalen Business Schools trainiert. Trotzdem gilt, dass oftmals und gerade in Krisensituationen die indische Identität zum Vorschein kommt und westliche Kollegen konsterniert fragen lässt, was denn plötzlich los ist.

Kulturwissenschaftlich kann man dabei ins Feld führen, dass Indien in den Jahrhunderten der Fremdherrschaft um des eigenen Vorteils willen gelernt hat, sich anzupassen. Das gilt auch in Bezug auf die Businessmentalität:

Es wird aus den Gepflogenheiten der westlichen Welt das übernommen, was passt und einen Mehrwert verspricht. Mehr jedoch nicht. Das Herz bleibt indisch.

Deshalb gibt es ein geflügeltes Wort: „phir bhi dil mai hindustani“ (After all the heart is Indian!) Oder: Man spricht englisch und denkt indisch!

Daraus lernen wir: Um nachhaltig in Indien Erfolg zu haben, müssen wir den Indern ins Herz schauen. Also nutzen Sie die Gelegenheit dazu. Warum nicht im neuen Jahr mit dem Vorsatz starten:

„Ich will meine Zusammenarbeit mit Indien verbessern und mehr Geschäftserfolg haben!“

„Ich buche ein interkulturelles Training!“

Gesagt, getan! Buchen Sie ein interkulturelles Training und steigern Sie damit Ihren Erfolg. Ein bisserl was geht immer noch besser!

Ich unterstütze Sie sehr gerne mit meiner jahrelangen Erfahrung und helfe Ihnen, noch erfolgreicher als bisher mit Indien Geschäfte zu machen.

  • Sie lernen die indische Businessgepflogenheiten besser verstehen und bekommen wertvolle, sofort umsetzbare Tipps, mit denen Sie Ihre Kommunikation optimieren und Ihre Verhandlungen, Meetings und Konferenzen, Ihr Projekt- und Zeitmanagement effizienter gestalten.
  • Sie schaffen es, Konflikten vorzubeugen und erhalten Ideen für Lösungen, wenn die Zusammenarbeit dennoch einmal schwierig wird.
  • Leadership, Teamaufbau und -entwicklung, Zusammenarbeit in bi-kulturellen Teams sind meine besonderen Kompetenzfelder. Ebenso wie die Vorbereitung auf die Entsendung nach Indien.

Mit höchster Kompetenz, Erfahrung, dem Willen zum Erfolg und Leidenschaft mache ich Sie fit für Ihren Erfolg in Indien.

Auch 2015 freute ich mich über das positive Feedback meiner Kunden und ihren Erfolg in Indien!

Alle Trainings und Coachings sind passgenau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und so gestaltet, dass Sie die Tipps sofort in Ihrem Businessalltag umsetzen können.

Rufen Sie mich doch an für ein Beratungsgespräch und ein Angebot für Ihr interkulturelles Training und Coaching Indien. Sie erreichen mich unter 0151-20662744. Oder Sie schreiben mir ein E-Mail: simone@dr-rappel-iku.de.

Ich bin Indien Trainerin mit viel Erfahrung und Herzblut. Mir liegt Ihr Erfolg in Indien am Herzen. Dafür setze ich mich gerne ein. 

 

Simone Rappel